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Kommst du irgendwann zurück?

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Wie geht’s dir? Wunderbar? Ich kann’s dir kaum glauben… Aber wenn du dich gut fühlst, dann bin ich froh. Du hast dich so verändert.

Nein, der gleiche bist du nicht. Hast immer gejammert, geglaubt, du hättest in deinem Leben etwas versäumt… War es das, was du erleben wolltest? Jetzt, wo du so zufrieden bist, kommt es mir fast so vor, als hättest du es so gewollt.

Nein, bestimmt hast du dir das nicht gewünscht. Versteh mich nicht falsch, ich bin nicht froh über das, was passiert ist. Aber du bist glücklich. Soll es nicht so sein? Soll ich mich nicht darüber freuen, dass du dich gut fühlst? Dich nicht beschwerst?

Dennoch hätt ich dich gern wieder so wie du früher warst. Auch wenn wir uns nicht so gut verstanden haben. Trotzdem. Wäre es nicht passiert, wärst du noch der Alte. Und wir könnten alle so weitermachen wie vorher. Aber wie früher wird’s wohl nicht mehr. Sagt man mir jedenfalls. Ich kann’s noch nicht glauben. Jeden Morgen denke ich, es wäre nicht passiert. Bis mich die Realität einholt.

Ich vermisse dein altes Ich.

Ich frage mich oft, was wäre, wenn? Was wäre, wenn du an dem Tag etwas anderes getan hättest? Jemand in deiner Nähe gewesen wäre? Aber das darf ich nicht. Es ist nun mal so. Und ich muss es akzeptieren. Vielleicht kann ich irgendwann auch etwas Gutes darin sehen. Vielleicht wird’s ja noch besser. Ich weiß es nicht. Niemand weiß es. Niemand kann mir sagen, wie es weitergeht. Nur, dass wir jetzt jemanden brauchen, der immer bei dir ist. Dass du dir nicht weh tust. Dass du nicht vergisst, zu essen, zu trinken...

Kommst du irgendwann zurück? Kannst du es mir sagen? Nein, natürlich nicht. Du weißt ja nicht, dass du weg bist. Für dich ist alles beim Alten geblieben. Außer den neuen Menschen, die immer zu dir ins Zimmer kommen und sich um dich kümmern. Die kennst du nicht. Du fragst dich, wieso sie immer weiße Kleidung tragen. Du fragst dich, wieso sie dich nicht beim Vornamen nennen. Nur die alten, die, die du kennst, reden dich mit deinem Vornamen an. Den kennst du nämlich. Auch deine Töchter, ihre Männer. Deine Enkel und Enkelinnen, sogar deren Kinder. Auch wenn sie noch so klein sind. Und nicht verstehen, wieso du da bist. Auch deine Nachbarn und Freunde. Alle kennst du. Alles kennst du.

Aber was du nicht kennst, ist der Ort, an dem du bist.

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Kommentare

Lilly Schon seltsam,die menschliche Natur. Dass sie erst aufhört zu jammern, wenn das Unglück endlich eingetreten ist. Heißt es nicht "herbeijammern"? Deine Geschichte hat mich sehr nachdenklich gestimmt.
03|04|2011, 18:44

Angiej Eine Geschichte die betroffen macht. LG
31|03|2011, 20:55

  • Schon da?
    man wartet... und wartet... und wartet... und wartet!
  • Kommst du irgendwann zurück?
    Man weiß nie, was im nächsten Moment passiert. Deshalb sollte man jeden Moment auskosten, bevor es zu spät ist...
  • Wünschen und Schenken
    Halleluja! Ganz leise, unmerklich fast, haben sie sich bei uns zur Tür hereingeschlichen. Die gnadenreichen, die gabenreichen, die letzten Tage des alten Jahres, die stillen.
  • Geburtstag
    Das Tagebuch von meinem Vater.
  • Der Mann im Garten
    Anna, macht im Alter von 80 Jahren noch einmal neue Erfahrungen.

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