Als Single im Supermarkt: Herausforderungen und Chancen
zurück zur Übersicht1. Problem: Meine Lust auf Süßigkeiten
Ich darf mich nie wieder so wie früher, als ich noch mit M. zusammenlebte, mit Unmengen von süßem Zeug für mögliche Frustphasen bevorraten, weil ich der einzige bin, der die Dinge schlussendlich essen wird. Und das Ergebnis kenne ich ja nun, wo dieser lange Winter meines Missvergnügens (Richard III, Shakespeare) endlich vorüber ist und der sommerlichen Sonne Innsbrucks Platz gemacht hat.
Freilich: Anders als beim Königsdrama des englischen Dichters lebe ich noch, und zwar ... verdammt gut! Und den Schwimmreifenansatz werde ich schon noch rechtzeitig los!
2. Problem: Kauf zwei, zahl eins
In meinem Lebensmittelladen um die Ecke gibt es Sonderangebote, die nur dann spottbillig sind, wenn ich zwei oder drei Packungen derselben Ware mitnehme. So zu sparen als Single kann ich vergessen: Das Zeug stapelt sich in meiner Speisekammer oder geht nach ein paar Wochen der Lagerung in meinem coolen Retro-Bosch den Weg des Verderbens. Lehre daraus: ich muss unbedingt öfter in den Supermarkt und gezielter einkaufen!
3. Problem: "Schöner trinken"
Mein Alkoholkonsum hat seit meiner Scheidung mit dem Auszug von M. gravierend nachgelassen und ich muss mich nur mehr in längeren Abständen um die Auffüllung meines Weinvorrats daheim kümmern. (Und um den von meiner Ex kümmert sich ja jemand anderer, wie ich seit kurzem weiß...)
Das hilft sparen und gleicht das unter 2. beschriebene Problem wieder aus. Die heiße Phase in meiner gescheiterten Beziehung ist passè. Beim Schreiben dieser Zeilen fällt mir das alte Spiritual ein:""Free at last! Free at last! Thank God Almighty, I'm free at last!"... Was bedeutet, ich muss mir mein Leben wie an den ach so tristen Wochenenden des letzten halben Jahres nicht mehr schöner trinken, um es bis zum Montag hinüber zu schaffen. Allein macht auch das beste Glas Blaufränkisch exklusiv bei weitem nicht so viel Spaß, als wenn du jemandem zuprosten und dich mit ihm/ihr dabei unterhalten kannst. Daher: ich staune über meine neue Enthaltsamkeit und bin erfreut darüber, dass mich die Anonymen Alkoholiker wohl doch nicht zu Gesicht bekommen werden.
4. Chancen
Ich habe nunmehr die Kassa im Supermarkt als wunderbaren Ort entdeckt, wo man gelegentlich durchaus auch interessante Frauen kennenlernen kann.
Nun stört es mich nicht einmal mehr, dass ich mich prinzipiell und instinktiv an genau jener Kassa anstelle, an der die jeweils gemütlichste Kassierin arbeitet - wie schaffe ich das nur so oft? Vorausgesetzt die langhaarige Schöne vor mir unterhält sich so wie heute mit mir wunderbar über meinen köstlich duftenden frischen Koriander und das Rezept, wofür ich wohl die Matsamanpaste als Basis verwenden möchte. Lehre auch daraus: ich muss unbedingt öfter in den Supermarkt und exotisches Zeugs einkaufen!
PS. Als ich die Schöne dann vor dem Supermarkt umständlich mit dem Gepäcksträger ihres Hollandrads hantieren sah, nutzte ich die Gelegenheit gleich, um eine Einladung zu einem Glas Prosecco mit Aussicht auf ein nettes Gespräch und einem Austausch von leckeren Rezepten und vielleicht einmal ein feines gemeinsames Essen auszusprechen. Mal schauen, ob sie mich zurückruft... meine Telefonnummer hat sie ja nun :-)
Bildquelle: http://www.flickr.com/photos/hulk4598 (veröffentlicht unter Creative Commons)
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Kommentare
Maria49
Ich sollte darüber nachdenken. Wirklich!
Und über die Chancen.
Im Übrigen eine Abhandlung, die mir gefallen hat.
15|05|2011, 10:10
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